Beleuchtung in Zahnarztpraxen

Der Beleuchtung einer Arzt-Praxis sollte besondere Aufmerksamkeit gelten, da sie nicht nur Einfluss auf die Arbeitsqualität und das Wohlbefinden des Arztes und der Mitarbeiter hat, sondern auch auf den Patienten.

Grundsätzlich kann man eine Praxis aus der Sicht der Beleuchtung in drei Bereiche unterteilen.

– Behandlungszimmer
– Wartebereich
– Empfang mit allgemeinem Arbeitsbereich / Bürobereiche

Das Behandlungszimmer:
Um auch die kleinsten Farbunterschiede von Zähnen erkennen zu können, ist der Anspruch an die Farbwiedergabequalität der Beleuchtung sehr hoch. Auch für das optimale Erkennen unterschiedlicher  Werkstoffe (z.B. Implantate) ist die Farbwiedergabe der entscheidende Faktor. Gleichzeitig ist eine hohe Gleichmäßigkeit der Beleuchtung wichtig. Helligkeitsunterschiede, die durch eine ungleichmäßige Beleuchtung entstehen, müssen von den Augen durch häufige Adaption ausgeglichen werden und belasten das Gehirn unnötig. Als Lichtfarbe empfiehlt sich eine Tageslichtfarbe mit einer Farbtemperatur von 6500 Kelvin.

Durch die Arbeit unter künstlichem Licht ist die geistige und körperliche Belastung besonders hoch. Diesem Effekt kann man durch eine Lampe mit Tageslichtspektrum entgegenwirken. Das Ergebnis ist eine höhere Aufmerksamkeit und geringere Ermüdungserscheinungen. Neben diesen Punkten muss jetzt noch eine ausreichende Beleuchtungsstärke erreicht werden. Von der DIN5035 wird diese mit 1000 Lux im Behandlungsumfeld angegeben. Zum Vergleich dazu, wird ein Büroarbeitsplatz mit 500 Lux und die Mundhöhle mit mindestens 8000 Lux ausgeleuchtet.

Nehmen wir noch die wirtschaftlichen Gesichtspunkte hinzu, wird die Wahl des richtigen Leuchtmittels recht einfach. Das einzige Leuchtmittel mit dem sich alle Punkte erfüllen lassen ist eine Leuchtstofflampe in der Lichtfarbe 965. Die meisten Zahnarztpraxen sind heute bereits mit Leuchten für den Betrieb von Leuchtstofflampen ausgestattet. Die gängigen Leuchtstofflampengrößen, die hierbei zum Einsatz kommen, sind 18 Watt (ca. 60 cm lang), 36 Watt (ca. 120 cm lang und 58 Watt (ca. 150 cm lang). Alle drei Wattagen gibt es in der Lichtfarbe 965.

Wenn Sie Leuchten mit Starter haben, denken Sie daran auch die Starter regelmäßig auszutauschen. Alte Starter führen zu einer Verkürzung der Lebensdauer der Lampen. Wenn Sie Ihre Beleuchtung neu planen und sich für Leuchtstofflampen entschieden haben, sollten z.B. drei Leuchten wie ein U, mit der geschlossenen Seite über den Kopf des Patienten und der offenen Seite des U zu seinen Füssen, an der Decke montiert sein. Bei ausreichender Deckenhöhe empfehlen sich Leuchten, die von der Decke abgehängt werden und Licht nach unten wie auch nach oben an die Decke abgeben. Dies sorgt für eine hohe Gleichmäßigkeit der Beleuchtung im gesamten Raum.

Der Wartebereich:
Aus Sicht der Beleuchtung ist der Wartebereich ein Kompromiss zwischen Gemütlichkeit und Wohlbefinden auf der einen Seite und vorbereiten auf die Behandlung auf der anderen Seite. Gemütlichkeit wird in unseren Breitengraden gerne mit warmen Lichtfarben und den Spiel aus Licht und Schatten gleichgesetzt. Ist der Unterschied zwischen der Beleuchtung im Wartebereich und im Behandlungszimmer jedoch zu groß, erzeugt man bei empfindlichen Patienten beim betreten des Behandlungsraumes eher Angstgefühle und Beklemmung.

Ein sicherlich guter Kompromiss für die Beleuchtung ist es, ein allgemeines Beleuchtungsniveau von 400 bis 500 Lux in einem neutralweißen Farbton (4000 Kelvin, Lichtfarbe 840) zu schaffen und dabei mit Licht und Schatten zu spielen. Dies ist z.B. durch den Einsatz von Leuchtstofflampen, Halogenreflektorlampen und neuerdings auch mit qualitativ hochwertigen LED-Leuchtmitteln möglich. Die Leuchtstofflampen sorgen für eine gleichmäßige Grundbeleuchtung während die Halogen- oder LED-lampen durch das Anstrahlen von Bildern, Pflanzen oder Gegenständen für Lichtinseln sorgen. Diese Lösung sichert auch Patienten, deren Augenlicht nicht mehr das Beste ist, einen guten Lesekomfort während der Wartezeit und bereitet unauffällig auf die Lichtverhältnisse im Behandlungszimmer vor. In höheren Räumen lassen sich auch gut Entladungslampen (z.B. CDM-TD 70/942) in Uplightern einsetzen. Uplighter werfen das Licht von unten gegen die Decke und sorgen so für eine gleichmäßige Lichtverteilung.

Der Empfang mit allgemeinem Arbeitsbereich / Bürobereiche:
Auch in diesen Bereichen empfiehlt sich eine Beleuchtung aus Leuchtstofflampen mit 4000 Kelvin (Lichtfarbe 840) und zur Auflockerung einige Halogenlampen/LED-Lampen die für Abwechslung in der Helligkeit sorgen. Im Arbeitsbereich sollten 500 Lux erreicht werden, in den Bewegungszonen kann das Lichtniveau auch etwas darunter liegen. Mit Rücksicht auf Patienten deren Augen nicht mehr die besten sind, sollte das Niveau jedoch nicht zu unterschiedlich sein. Die Wichtigkeit der Beleuchtung in den Arbeitsbereichen am Empfang und im Bürobereich wird gerne unterschätzt.

Licht ist aber auch hier für eine hohe Arbeitsqualität, eine geringere Ermüdung und eine hohe Aufmerksamkeit ein wichtiger Faktor. Und Licht alleine schafft natürlich keine zufriedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, schlechtes Licht sorgt aber in jedem Fall für Unzufriedenheit, auch wenn es als eigentliche Ursache oft nicht erkannt wird. Um das blendfreie Arbeiten an PC-Arbeitsplätzen zu gewährleisten empfiehlt sich eine Leuchte für Leuchtstofflampen mit entsprechendem BAP-Raster.